Wer nicht will, findet Gründe. Wer will, findet Wege.

Reflexintegration natürlich unterstützen

05-2021 | Reflexintegration, Familie, Kinder, Konzentration, Schule und Lernen

Wenn sich Eltern mit ihrem Kind für die Reflexintegration an mich wenden, liegen Geburt, Säuglingsalter und Kleinkindphase oft schon längst hinter ihnen. Dennoch erwartet die ein oder andere Mama später selbst noch einmal Nachwuchs oder es ist jemand im Bekanntenkreis oder der Familie gerade schwanger.

Und so werde ich immer wieder gefragt: „Was kann man denn tun, um die Reflexintegration auf natürliche Weise zu unterstützen?“

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Deshalb möchte ich dir in diesem Beitrag Ideen geben, wie du dein Kind bei der natürlichen Reflexintegration unterstützten kannst. Bei allem was folgt ist eines wichtig: Obwohl es sich um wissenschaftliche Erkenntnisse handelt, sind alle Tipps mit einer durchschnittlichen Schwangerschaft und Geburt im Hinterkopf formuliert.

Solltest du aus medizinischen Gründen zum Beispiel viel Zeit der Schwangerschaft im Liegen verbracht haben oder hast etwa einen Notfall-Kaiserschnitt hinter dir, mache dir bitte keine Gedanken, wenn du einige Hinweise nicht befolgen kannst bzw. konntest.

Jedes Mama-Kind-Paar geht einen anderen Weg und dank toller Methoden wie der Reflexintegration gibt es für jeden die beste Unterstützung!

Reflexintegration – das kannst du in der Schwangerschaft tun

Für dein Baby ist es schon während der Schwangerschaft wichtig, dass es möglichst vielen Bewegungsreizen ausgesetzt ist. Geh also gerne häufig spazieren und bewege dich anderweitig, wenn du es kannst. In manchen Fällen ist dies natürlich nur sehr eingeschränkt möglich und deshalb gilt: so viel, wie dir und deinem Baby guttut!

Auch Atemübungen sind unglaublich hilfreich dabei, Entspannung körperlich an dein Baby weiterzuvermitteln. Ganz wichtig hierbei: nicht den Atem anhalten! Für Anleitung kann ich das Buch »ElternWissen. Yoga in der Schwangerschaft« von Francoise Barbira Freedman empfehlen.

Ein weiterer Tipp: Sprich schon während der Schwangerschaft viel mit deinem Kind. Und das kann auch nur in Gedanken sein – sende deinem Baby positive Gefühle, sag ihm, wie sehr du dich auf es freust und streichle es durch deine Bauchdecke hindurch. Dies stärkt eure enge Bindung weiter.

Geburt – so beeinflusst sie die Reflexintegration

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Ob wir uns für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden oder für eine natürliche Geburt ist so ziemlich das Einzige, worauf wir Einfluss haben – sofern ein Kaiserschnitt nicht medizinisch indiziert ist. Oft verläuft die Geburt anders als erwartet und nicht selten fühlt man sich als frischgebackene Mama auch nicht ganz wohl mit diesen Änderungen.

Eine natürliche Entbindung, wenn sie denn gewollt ist, kann selbstverständlich ein unglaubliches Erlebnis sein, doch sie ist keinesfalls die einzige Voraussetzung für ein gesundes und glückliches Baby!

Wenn ein natürlicher Geburtsvorgang stattfindet, so unterstützen der Spinale Galant Reflex, der ATNR (Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex) und der TLR (Tonischer Labyrinth-Reflex) diesen Prozess.

Im Verlauf der Geburt werden diese Reflexe so richtig aktiviert und können sich dadurch später zurückbilden: denn jeder Reflex braucht eine ausreichend lange aktive Phase, um dann abgebaut werden zu können.

Aktiv kann der Reflex nur sein, wenn in seinem vollen Umfang gebraucht wird und deshalb nimmt die natürliche Entbindung eine wichtige Rolle für die Reflexaktivität ein.

Babyalter – eine wichtige Zeit für die natürliche Reflexintegration

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Im Babyalter ist es wichtig, dass dein Kind schon früh immer wieder in Bauchlage liegen kann. Mit 4 Wochen, wenn das Baby beginnt, in dieser Bauchlage den Kopf zu heben, beginnt die Entwicklung des Landau Reflexes.

Dazu gehört der sogenannte obere Landau, bei dem das Baby mit 2-3 Monaten den Oberkörper mit dazu anhebt und der unteren Landau im Alter von 4 Monaten, der die Beine mit ins Spiel bringt.

Nach ausreichender Nutzung dieser Bewegungen sollte der Landau Reflex letztendlich mit drei Jahren vollständig integriert, also ausreichend verwendet und dadurch abgebaut, sein.

Unterstützen kannst du dein Baby hier mit:

  • Fingerspielen, Schaukeln, Wippen und den aus gutem Grund weit bekannten Spielchen wie Hoppe Hoppe Reiter, Engele-Engele-Flieg oder dem Butterstampfen.
  • Viel Augenkontakt.
  • Einem Babyspielplatz auf einer großen Decke auf dem Boden mit viel freier und uneingeschränkter Bewegungsmöglichkeit. Das Baby lernt, seinen Körper zu verwenden: sich umzudrehen, seine Füße oder Gegenstände zu greifen und möglicherweise sogar schon in deren Richtung zu robben.
  • Einem gut gefederten Kinderwagen, in denen das Baby auch mal auf dem Bauch liegen kann. Früher gab es so tolle Kinderwägen mit Fenstern, wo das Baby in Bauchlage rausschauen konnte.
  • Möglichst wenig Zeit, in der die Bewegungsfähigkeit des Babys eingeschränkt ist, wie in einer Babywippe oder einer Babyschale.
  • Anreizen, den Kopf auf beide Seiten zu drehen. Lege hierfür zum Beispiel Spielzeuge oder dich selber auf die Seite, zu der dein Baby den Kopf nicht so gerne dreht und sprich mit ihm.

Wenn das Baby sich frei auf dem Boden bewegt, lernt es auf natürliche Weise, irgendwann auch seine Körpermitte zu überkreuzen und zum Beispiel mit der rechten Hand auch nach dem linken Fuß zu greifen und so den vorhin bereits erwähnten ATNR Reflex zu integrieren.

Kleinkindalter – Reflexintegration braucht Bewegung

Im Kleinkindalter ist viel Bewegung im Freien klasse, bei der dein Kind durch natürliches Licht auch die Augen trainieren kann. Laufen, Klettern, Springen und Hüpfen auf natürlichem und unebenem Untergrund fördern spielerisch den Gleichgewichtssinn und die visuelle Wahrnehmung.

Unterschiedliche Reize, die das ganze Sinnes-System ansprechen, wie verschiedene Töne, Gesang (besonders die hohen Töne beim Singen von Kinderliedern), Fingerspiele und taktile Reize helfen dabei, dass dein Kind sich voll und ganz entfalten kann.

Neben einer vollwertigen Ernährung gehört zur gesunden Entwicklung genügend Bewegung. Tatsächlich wird immer wieder unterschätzt, wie viel Bewegungsfreude und -drang in so einem jungen Körper steckt und wie körperlich belastbar unsere kleinen Menschen sind.

Kinder brauchen keine Süßigkeiten und keinen Fernseher, sondern Liebe, Unterstützung und Spaß an der frischen Luft.

Die einfachsten, alltäglichen Dinge unterstützen eine gesunde Entwicklung deines Kindes: viele kleine Schritte machen einen großen Unterschied!

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Ich bin Silke Krämer.

Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin

Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.

Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrations­schwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.

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3 Kommentare

  1. Jutta Lipowski

    Liebe Silke, herzlichen Dank für diesen Beitrag. Du schreibst so informativ und verständlich für uns Laien und gibst direkt praktische Tipps zur Umsetzung. In der Kita werde ich immer wieder von Mamas angesprochen „Mein Kind krabbelt noch nicht, kann nicht still sitzen, usw.“, da ist es für mich hilfreich zu wissen, dass ein noch aktiver frühkindlicher Reflex beteiligt sein könnte. Den Hinweis, das abklären zu lassen, nehmen die Eltern gerne an, viele haben von diesen Reflexen und ihren Auswirkungen noch nichts gehört oder wissen nicht, dass man da in jedem Alter etwas machen kann.
    Vor allem Schwangere sind mitunter verunsichert, was das Beste für die Babys ist – da gebe ich gerne solche Tipps (wie du sie hier beschreibst) weiter.
    Ich freue mich schon jetzt auf deinen nächsten Beitrag, Dankeschön!

    Antworten
  2. Silke

    Liebe Jutta,
    vielen herzlichen Dank für deine Zeilen! Es ist für mich so wertvoll und motivierend, wenn ich sehe, dass meine Hilfestellungen gerne angenommen werden und sie dazu beitragen, dass es Kindern besser geht und sie besser verstanden werden.
    Man kann wirklich mit so einfachen Mitteln kleine Kinder so gut unterstützen. Durch ein gesundes Maß an Bewegung, Interaktion und gesunder Ernährung werden so wichtige Bausteine gelegt.
    Danke, dass auch du an meinem Ziel arbeitest!
    Herzliche Grüße, Silke

    Antworten
  3. Gabriele Rüth

    Vielen Dank, liebe Silke, für deine so wichtigen Fachinformationen!
    Mit den dazugehörigen Erklärungen von dir können wir sie besser in unserem Gedächtnis verankern.

    Antworten

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