Reflexintegration Übungen für zu Hause
Du suchst Reflexintegration Übungen für zu Hause, die du mit deinem Kind gut nachvollziehen kannst? Dann zeige ich dir hier zwei Übungen aus unserem Rexi Rockstars Programm: das sanfte Schaukeln aus dem Faultiermodul und den Seestern aus dem Moro-Modul.
Ihr könnt die Abläufe gemeinsam kennenlernen. Die erste Übung machst du als Partner mit deinem Kind. Die zweite kann dein Kind selbst ausführen; du kannst sie daneben mitmachen.
Reflexintegration Übungen für zu Hause kennenlernen – bevor ihr beginnt:
Sucht euch einen ruhigen Platz und genügend Raum. Ihr nehmt euch einen Moment, in dem euch nichts ablenken kann. Dein Kind entscheidet mit, ob es mitmachen möchte, wie sich die Bewegung anfühlt und wann es aufhören will. Gerade die Partnerübung lebt davon, dass du auf seine Rückmeldung achtest.
Die Anleitungen sind zum Kennenlernen gedacht. Bei Schmerzen, Schwindel, Atemproblemen oder Unwohlsein beendet ihr die Übung. Bei bekannten gesundheitlichen Einschränkungen oder Unsicherheit klärt ihr vorher fachlich, ob sie geeignet ist. Die Übungen sind für Kinder gedacht, die den Ablauf verstehen und Rückmeldung geben können; sie sind keine Anleitung für Säuglinge.
Wichtige Grundlagen erkläre ich dir im Artikel Frühkindliche Reflexe auf den Punkt gebracht.
Sanftes Schaukeln aus dem Faultiermodul
Im ersten Rexi-Modul lernen wir mit dem Faultier das gemeinsame Schaukeln kennen. Das englische „to rock“ bedeutet übrigens schaukeln. Daher kommt auch der Name Rexi Rockstars.
Stell dir vor, wie du dein Kind als Baby ruhig auf dem Arm gewiegt hast. Diese weiche, gleichmäßige Bewegung ist das Bild für unsere erste Reflexintegration Übung für zu Hause.
Hier darf dein Kind ganz faul sein, während du es schaukelst. Die Übungen im ersten Modul des Trainings sind wunderbar entspannend und bereiten auf die weiteren, reflexspezifischen Übungen vor.
So führt ihr die Schaukelübung aus
1. Bequem hinlegen. Dein Kind liegt auf dem Rücken auf einer Matte. Die Beine sind ausgestreckt. Kopf, Hüfte und Füße liegen möglichst gerade in einer Linie. Seine Hände liegen geöffnet neben dem Körper. Ob die Handflächen nach oben oder unten zeigen, ist egal. Der Mund bleibt locker geschlossen, ohne zu pressen. Hilf bei Bedarf behutsam; erzwinge keine Haltung.
2. Am Fußende Platz nehmen. Setze oder knie dich so hin, dass du bequem arbeiten kannst. Wie Rexi in der Grafik hältst du die Füße deines Kindes sanft mit deinen Händen.
3. Den Blick nach oben richten. Die Augen sind zunächst geöffnet; dein Kind schaut zur Decke. Wenn es den Kopf zu dir dreht, verändert sich die Haltung und das freie Mitschwingen wird schwieriger.
4. Weich längs schaukeln. Begleite von den Füßen aus eine kleine Vor-und-zurück-Bewegung entlang der Körperlängsachse. Die Bewegung bleibt sanft und fließend. Vermeide Rucken oder kräftiges Ziehen an den Beinen.
5. Dein Kind mitbestimmen lassen. Frage, ob es die Bewegung kleiner oder etwas größer angenehm findet. Seine Rückmeldung gibt den Rahmen vor.
6. Bewegung und Pause abwechseln. Im Kurs üben wir sechs Bewegungsphasen von jeweils sieben Sekunden. Dazwischen liegen jeweils drei Sekunden Pause. In der Pause liegt dein Kind still; du hältst das Gespräch kurz an und lässt Ruhe entstehen.
Merksatz: Sieben Sekunden sanft schaukeln, drei Sekunden Pause – sechs Bewegungsphasen, sofern dein Kind sich damit wohlfühlt.
Worauf kommt es besonders an
Die Schaukelbewegung soll fließen wie eine Hängematte: Am Wendepunkt geht sie weich in die Gegenrichtung über. Achte darauf, gleichmäßig in beide Richtungen zu schaukeln. Größere Bewegungen sind nicht automatisch besser. Manche Kinder möchten nur sehr wenig Bewegung.
Zum Kennenlernen dürft ihr früher aufhören. Du musst keinen Durchgang zu Ende bringen, wenn dein Kind genug hat. Auch ein „Heute lieber nicht“ gehört zur gemeinsamen Übungszeit.
Ich spreche hier gerne von einem kleinen Wellnessritual. Wenn dein Kind leise Musik mag, könnt ihr sie dazu hören. Plant diese Zeit so, dass ihr euch beide wohlfühlt und in Ruhe üben könnt.
Frag hinterher ruhig: „Wie war das für dich?“ Die Antwort deines Kindes ist hilfreicher als die Erwartung, dass es sich sofort anders verhalten müsste.
Wenn das Schaukeln noch nicht angenehm ist
Manche Kinder möchten nur eine winzige Bewegung. Mach sie kleiner und frage noch einmal nach. Wenn dein Kind den Kopf zu dir drehen möchte, unterbrecht kurz und richtet euch in Ruhe neu aus. Wenn du die Bewegung nur mit kräftigem Ziehen hinbekommst oder unsicher bist, beendet den Versuch und klärt die Ausführung. Die Übung braucht keine Kraftprobe.
Der Seestern aus dem Moro Modul
Vielleicht kennst du Momente, in denen deinem Kind gerade alles zu viel wird. Für eine Pause kannst du ihm den Seestern anbieten – eine Übung mit langsamem Öffnen und Überkreuzen von Armen und Beinen.
Im Rexi Rockstars Programm gehört sie als Übung zum Moro-Modul. Der Moro-Reflex selbst ist eine automatische Reaktion des Säuglings, bei der sich unter anderem die Arme zunächst öffnen und anschließend wieder zum Körper bewegen. Der Moro-Reflex ist eng mit unserer Stressreaktion verbunden. Bleibt dieses frühe Reaktionsmuster aktiv, kann das Nervensystem schneller und stärker auf Reize reagieren. Geräusche, unerwartete Situationen, Veränderungen oder emotionale Belastungen können dann besonders intensiv erlebt werden.
Du lernst hier den Seestern als langsame Bewegung kennen. Ob dein Kind ihn in einer Pause angenehm findet, entscheidet seine Rückmeldung.
So geht der Seestern im Sitzen
1. Gut sitzen. Dein Kind sitzt auf einem stabilen Stuhl, rundherum ist Platz für die Arme und Beine. Ihr könnt die Übung auch im Liegen machen; diese Variante ist etwas einfacher.
2. Langsam öffnen. Beim Einatmen öffnet und streckt dein Kind Arme und Beine, sodass es wie ein Seestern aussieht. Den Kopf nimmt es nur leicht nach hinten, soweit es angenehm bleibt. Es soll den Nacken nicht überstrecken.
3. Beim Ausatmen überkreuzen. Die Arme kommen vor den Körper. Der rechte Arm liegt über dem linken, der rechte Unterschenkel über dem linken.
4. Kurz in der Haltung bleiben. Das ca. fünf Sekunden. Dabei atmet dein Kind ruhig weiter und hält die Luft nicht an.
5. Wieder öffnen und die Seite wechseln. Mit dem nächsten Einatmen öffnet es sich erneut. Beim Ausatmen liegen nun der linke Arm und der linke Unterschenkel oben. Auch hier bleibt es kurz in der Haltung.
Wichtig: Arm und Bein derselben Seite liegen jeweils oben. Rechts und links wechseln sich ab. Die Bewegungen erfolgen langsam und nur im angenehmen Bewegungsraum.
Wie oft wird die Übung wiederholt
Sechs Wiederholungen mit rechts oben und sechs mit links oben. Einmal rechts und einmal links ergeben zusammen einen Zyklus. Nach einer Pause folgt ein zweiter Durchgang mit derselben Wiederholungszahl.
Zum Kennenlernen könnt ihr zunächst nur einen solchen Wechsel ausprobieren und schauen, ob der Ablauf angenehm ist.
Eine Moro Übung bei Stress anbieten
Lernt die Übung zuerst in einem ruhigen Moment kennen. Dann muss dein Kind den Ablauf später nicht erst verstehen, während es ohnehin angespannt ist.
Du kannst fragen: „Möchtest du eine kleine Seestern-Pause mit mir machen?“ Mach selbst langsam mit. Bei starker Anspannung darf dein Kind auch einfach Nähe oder Ruhe brauchen.
So finden Übungen für zu Hause ihren Platz im Alltag
Eine Matte neben dem Sofa oder im Kinderzimmer. Das Rexi-Heft griffbereit. Ein Moment, in dem ihr beide Zeit habt. Viel mehr braucht ihr für das Kennenlernen nicht.
Sucht einen Anlass, an den ihr eine kurze Übungszeit knüpfen könnt. Erzähle deinem Kind, was ihr ausprobieren möchtet, und lass es mitentscheiden. Beobachte, welche Bewegungen es gern macht und wo es Unterstützung braucht.
Mit Rexi weiterüben und Begleitung finden
Mit diesen zwei Übungen habt ihr einen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Vielleicht möchtet ihr das Schaukeln noch einmal im Video sehen oder fragt euch, wie es nach dem Faultiermodul weitergeht.
Im Rexi Rockstars Onlinekurs zeige und erkläre ich die Übungen ausführlich in Videos. Dazu gibt es schriftliche Übungsblätter und das kindgerechte Rexi-Heft. Über das Kursforum und regelmäßige Sprechstunden erhaltet ihr persönliche Rückmeldungen von mir oder meinem Team. So könnt ihr eure Fragen zur Ausführung klären und habt immer jemanden an eurer Seite.
Mehr zum Rexi Rockstars Eltern-Kind-Kurs zur Reflexintegration für zu Hause
Wenn du zunächst deine Beobachtungen zu deinem Kind sortieren möchtest, nutze den kostenlosen Onlinecheck. Er gibt dir Orientierung und wir können gemeinsam sehen, ob die Reflexintegration ein möglicher Schritt für euch sein könnte.
Was könnte hinter den Schwierigkeiten deines Kindes stecken?
Schreiben, Stillsitzen oder Konzentration kosten dein Kind viel Kraft? Der kostenlose Rexi Onlinecheck hilft dir einzuschätzen, ob frühkindliche Reflexe dabei eine Rolle spielen könnten.
In etwa 10 Minuten beantwortest du bis zu 105 einfache Ja-/Nein-Fragen aus elf Entwicklungsbereichen. Deine Antworten werden unterschiedlich gewichtet und im Zusammenspiel betrachtet.
Das bekommst du:
- Eine individuelle Auswertung
- Verständliche Erklärungen zu den Hinweisen in einzelnen Reflexbereichen.
- Auf Wunsch eine ausführliche PDF-Auswertung per E-Mail.
So erhältst du eine differenzierte erste Orientierung, wo ein genauerer Blick sinnvoll sein könnte.
Häufige Fragen zu den Reflexintegration Übungen für zu Hause
Können wir beide Übungen sofort ausprobieren?
Ihr könnt sie ausprobieren, wenn dein Kind den Ablauf versteht und Rückmeldung geben kann und keine Beschwerden oder bekannten gesundheitlichen Einschränkungen dagegensprechen. Wählt eine ruhige Situation und beendet die Übung bei Unwohlsein.
Was mache ich wenn mein Kind keine Lust hat?
Du kannst die Übung anbieten, selbst vormachen oder es an einem anderen Tag erneut fragen. Sucht gemeinsam heraus, welche Form der Bewegung sich für dein Kind gut anfühlt.
Wie oft sollten wir zu Hause üben?
Für die beiden Übungen findest du die Wiederholungszahlen direkt bei der Anleitung. Im Rexi Rockstars Eltern-Kind-Kurs zur Reflexintegration planen wir mit einer Übungszeit von 15-20 Minuten am Tag um die jeweiligen Übungen eines Trainingsmoduls zu absolvieren. Das sind in der Regel 6-7 verschiedene Übungen pro Modul.
Welche Erfahrungen haben andere Eltern mit den Übungen gemacht?
Detaillierte Erfahrungsberichte von Eltern, die mit ihrem Kind das Training zur Reflexintegration absolviert haben, findest du hier: Hier geht’s zu den Erfahrungen mit den Reflexintegration Übungen für zu Hause.
Du bist nicht allein. Manchmal braucht es nur den ersten kleinen Schritt in eine neue Richtung.
Wie gefällt dir mein Beitrag?
Hinterlasse mir einen Kommentar unten auf dieser Seite oder auf Facebook, teile den Artikel gerne oder schreib mir. Ich freue mich auf dein Feedback!
Ich bin Silke Krämer.
Kinder- und Jugendcoach Professional, NLP Master und Coach, EMDR Traumatherapeutin und Gymnasiallehrerin
Ich helfe Familien, wenn es Schulstress gibt und daheim die Fetzen fliegen. Außerdem unterstützte ich Mütter und Väter dabei, sich den Herausforderungen des Familienlebens selbstbewusst zu stellen.
Als Trainerin für Reflexintegration helfe ich deinem Kind, damit ihm die Schule bei Konzentrationsschwächen, Lern- und motorischen Problemen leichter fällt.
Hol dir meine Familienpost!
Erhalte etwa einmal im Monat nützliches Wissen, Tipps und Denkanstöße für dich und deine Familie aus meiner Coachingpraxis. Für weniger Stress mit der Schule, ein gutes Miteinander und eine starke Persönlichkeit.
Wer nicht will, findet Gründe. Wer will, findet Wege.
